NEU: 3D Rundgang durch die Apotheke

Taurin

Taurin war bis zur Erfindung von Red Bull fast unbekannt. Das Koffein im Red Bull kann Sie nervös machen, beschleunigt den Puls, lässt Sie schwitzen. Taurin verhindert das. Geniale Kombi.

Taurin entsteht im Körper aus Cystein, das wiederum aus Methionin. Methionin haben die meisten von Ihnen zu wenig. Sinkt bei jeder Virusabwehr. Deswegen auch die oft recht tiefen Taurin- und Methioninspiegel, die wir bei unseren Messungen sehen.

Über eine ausgewogene Ernährung kann man seinen Taurin-Bedarf gut abdecken. Kritisch wird es allerdings für Vegetarier oder Veganer. Während Vegetarier über Eier und Milchprodukte wenigstens einen kleinen Anteil des Nährstoffs aufnehmen, gehen Veganer komplett leer aus. Hier empfiehlt sich eine Supplementation (wie auch bei Vitamin B12).

Was kann dieses Taurin nun?

Taurin beschleunigt die Fettverbrennung um den Faktor 4 und erhöht die muskuläre Ausdauer. Weiters fiel Dr. Kuklinski, dem wohl renommiertesten Molekularmediziner Deutschlands, auf, dass Menschen, die lange Zeit Säureblocker (Magenschutz) einnehmen (gibt es sehr viele!), grundsätzlich wenig Vitamin B12 und Taurin im Blut aufweisen.

So hat er sich grundlegend mit dieser nicht essentiellen Aminosäure beschäftigt:

  • Taurin ist die häufigste Aminosäure in der Netzhaut, der Retina. Es schützt dort die Ganglienzellen. Sollte also eingesetzt werden bei diabetischer Retinopathie, Glaukom, Schäden des opticus, Ablösung der Retina , Makuladegeneration.
  • Taurin regelt die Osmose, die Durchlässigkeit der Zellmembran. Kann daher hilfreich sein bei Ödemneigung oder Lipödemen (etwas ganz vertracktes).
  • Taurin ist ein wichtiger Kalzium-Fänger in den Mitochondrien. Besonders im Herzen. Also sollte bei Extrasystolen, bei zu schnellem Puls, bei Blutdruckanstiegen, die in der Regel Folgen eines ATP-Mangels (Energie!) sind, auch Taurin gegeben werden (neben Kalium, Magnesium, Glutamin).
  • Längst bekannt war, dass bei der Herzinsuffizienz (ATP-Mangel), aber auch bei Kardiomyopathien, ein bis zwei Gramm Taurin täglich hilfreich ist.
  • Karpaltunnelsyndrom, eine Schwellung der Unterarmnerven, ausgesprochen schmerzhaft: Diese Neuropathie kann auch mit Taurin, neben Vitamin B1, Alpha-Liponsäure, Q10 erfolgreich gelindert werden.
  • Taurin sei „schnell, sicher und effektiv“ bei Migräne. Rechtzeitig 1 g (besser noch: 3 g) ausprobieren.
  • Taurin verbessert beim Diabetiker die Glukose-Toleranz, die Insulin-Sekretion und ist so hilfreich bei der Fettverbrennung.
  • Bei Angstzuständen, Übererregung im Gehirn aktiviert Taurin die Aktivität der GABA-Rezeptoren. Beruhigt also.
  • Bei Autoimmun-Krankheiten wie z.B. Rheuma, MS, Hashimoto senkt Taurin die Antikörper-Synthese (ganz neu, etwas besonders verheißungsvolles in Biotechnol Lett 40 (2018) 1487).
  • Taurin wirkt bei Krebserkrankung „antiproliferativ“ und aktiviert den Selbstmord der Tumorzellen (gesteigerte p53-Bildung). Sie wissen schon: Das Tumorsupressor-Gen.
  • Als Ursache von MS werden – ganz neu – winzige Risse in der Zellmembran der Nerven und Umhüllung diskutiert. Durch diese Risse dringt Kalzium ein, die Zellen schwellen an und sterben ab. Nachdem Taurin ein Kalzium-Fänger ist, wird – ganz neu – bei MS ein bis zwei Gramm Taurin pro Tag empfohlen.

Und so geht das weiter. Kuklinski ist, wie gewohnt, unermüdlich…

Für alle Katzenbesitzer

Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren und uns können Katzen kaum nennenswerte Mengen von Taurin selbst produzieren. Sie sind auf die tägliche Zufuhr über die Nahrung angewiesen, weshalb Taurin für sie zu den essenziellen Aminosäuren gehört. Pro Tag benötigen sie bis zu 500 mg. Katzenfutterhersteller wissen das und in der Regel decken Katzenfutter diesen Bedarf komplett ab. Wird die Katze allerdings vegetarisch oder mit Hundefutter ernährt, dann leidet sie unter Taurinmangel. Lange Zeit bemerken Sie nichts. Frühestens nach einem halben Jahr, bei einigen Samtpfoten nach zwei Jahren, treten erste Symptome auf. Dazu zählen:

  • eine irreversible Netzhaut-Degeneration, durch die die Katze erblinden kann
  • bei trächtigen Tieren besteht ein erhöhtes Sterberisiko für die Föten
  • langsame Entwicklung von Katzenjungen
  • Herzmuskelerkrankungen, die sich durch Apathie oder blasse Schleimhäute zeigen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Nervosität und Aggression

Quellen: OM & Ernährung 2019, Nr. 166 F 26, Dr. Strunz

Abonnieren Sie
unseren Newsletter!