Verspannungen

Schwarzafrikanerinnen tragen ihre Wasserkrüge auf dem Kopf. Die Damen sind aufrecht, präzise im Lot. Bei uns Schreibtischtätern wird der ständig geneigte Kopf von der Nackenmuskulatur gehalten. Resultat? Der Muskel verkrampft, ist verspannt. Tut oft genug weh.

Und kann beim Schreibtischtäter sogar den Blutdruck in die Höhe treiben. Die Nackenmuskeln sind nämlich mit dem Teil des Gehirns verbunden, der für Blutdruck, Atmung und Herzschlag verantwortlich ist. Ungewöhnliche Signale von der Muskulatur, z.B. wegen Verspannungen oder Blockaden, erhöhen deswegen den Blutdruck.

In der Vergangenheit gab es tatsächlich immer wieder Berichte darüber, dass sich der Blutdruck durch das Einrenken des Nackens verringert. Woran das liegt, war bislang unklar.

Die Blutdruckregulierung über die Nackenmuskulatur ist sinnvoll. Denn der Blutfluss zum Gehirn muss immer gleich bleiben, unabhängig von der aktuellen Körperhaltung. Da die Muskeln im Nacken beim Liegen anders belastet werden als im Sitzen oder im Stehen, eignen sie sich besonders gut dafür, dem Gehirn Veränderungen der Haltung mitzuteilen. Störungen bei dieser Kommunikation könnten zum Beispiel auch die Ursache für die Schwindelgefühle sein, die häufig nach schnellem Aufstehen entstehen.

Deshalb immer wieder „Auuuusatmen und Schultern fallen lassen“. Der Formel‐1‐ Reflex. Wirkt unmittelbar auf Nacken‐ und Schultermuskulatur und ist die schnellste Methode, seine Nerven in den Griff zu bekommen. Die wirkungsvollste Antwort auf den täglichen Stress. Eine unschlagbare Geheimwaffe.

Wurde seinerzeit gelehrt in Gars am Camp von Willi Dungl, Physiotherapeut und Guru. Zu dem sie alle hinpilgerten, all die großen Formel-1-Rennfahrer meiner Jugend. Natürlich auch Michael der Große. Der Formel-1-Reflex war die Geheimwaffe dieser raren Elite gegen den schier unheimlichen Stress in den damals doch lebensgefährlichen Boliden. Half ihnen, cool zu bleiben.

Möchten Sie das auch? Cool bleiben am Schreibtisch? Und zwar täglich?

Brüllt Ihr Chef, klingelt das Telefon, schert ein Lastwagen auf der Autobahn aus, dann atmen Sie tief ein. Reflexhaft. In Notwehr. Nur – so atmen Sie den ganzen Tag immer ein bisschen mehr ein als aus. Denn Stress haben Sie täglich. In rascher Folge. Resultat: der PH-Wert im Blut steigt an, der Kalziumspiegel im Blut sinkt. Die Gefäße verengen, der Kopf schmerzt, die Nerven liegen blank.

Machen Sie es ab heute anders: atmen Sie künftig in jeder Stresssituation tief aus. Sofort. Anfangs bewusst, später automatisiert. Reflexhaft. Wann immer der Stress so auf Sie zukommt, das Telefon schon wieder klingelt… Ausatmen! Tief und langsam ausatmen.

Noch einmal: nicht erst Luft holen und dann ausatmen, sondern sofort aus… aus…aus. Wenn Sie ausatmen steigt der Kalziumspiegel an. Die Nervosität fällt ab, die Gefäße weiten sich, innere Ruhe „überfällt“ Sie. Sie werden… ein kleiner Buddha. Am Schreibtisch. Das ist banale Physiologie. Finden Sie in jedem Lehrbuch. Das Wissen ist da – ich versuche nur, es für Sie zu übersetzen.

Bei den Formel-1-Fahrern ging es ums Leben. Buchstäblich. Und bei Ihnen? Um die Arbeitsstelle? Um die Ehe? Um die Gesundheit?
Atmen Sie aus!

Und vergessen Sie nicht ihre tägliche Magnesiumration. Wissen Sie noch? Magnesium – das Salz der inneren Ruhe. Laut meinen Messungen bei Ihnen zu 90% im Mangel.

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